Beim Blumen Schenken an die Umwelt denken

Auf der letzten Mitgliederversammlung der Naturfreunde Rüsselsheim wurde angeregt, auch beim Kaufen von Blumen an die Umwelt zu denken. Das ist natürlich ein guter Vorschlag.

 

Schnittblumen sind zwar keine Nahrungsmittel, aber als verderbliche Frischprodukte gleichwohl flüchtige Verbrauchsgüter. Sie gehören für uns zum Leben, zur Gestaltung der Wohnung, sind beliebte Geschenkartikel nicht nur zum Mutter- oder Valentinstag.
Die Bundesbürger geben dafür jährlich nach Angaben des Blumen-Groß- und Importhandelsverbands (BGI) insgesamt 4 Mrd. Euro aus, für insgesamt 1,5 Mio. to Frischblumen, das ist fast 13% der weltweit gehandelten Menge.

 

Über die Hälfte der eingeführten Blumen stammen aus holländischen Gewächshäusern. Ein Großteil wird aber auch per Flugzeug aus Übersee geliefert: Orchideen aus Australien, Chrysanthemen aus Taiwan, Rosen aus Israel, Kolumbien und Ecuador, Lilien aus Südafrika, Schleierkraut aus Peru, Alstromeria aus Brasilien, exotische Pflanzen aus Malaysia und Sri Lanka, Mauritius und Simbabwe...

 

Es ist sicher richtig, dass gerade wir, die in der Einflugschneise des Flughafens besonders sensibilisiert sind, uns auch beim Blumenkaufen als wirklich aufgeklärte VerbraucherInnen verhalten.  Wie immer, wenn man die eingefahrenen Gleise verlassen will, kostet das nicht unbedingt mehr Geld. Aber etwas mehr Gedanken muss man sich schon machen.

Wie könnten die Lösungsansätze sein?

·         Von Frühjahr bis Herbst ist es einfach, Blumen aus heimischer Produktion zu bekommen.
Es gibt einige Felder, wo man in der Umgebung Blumen selbst schneiden kann und das Geld dort in die Kasse steckt.

·         Manche Bauern verkaufen Blumen im Hofladen oder auf dem Markt. Fragt dort nach Blumen aus hiesigem Anbau!

·         Auch im Blumengeschäft kann man sich erkundigen, welche Blumen aus der Region sind. Wenngleich  wenn ich bisher nicht vom Verkauf von Bioblumen erfahren habe, ist es auf jeden Fall besser, die Sorten zu wählen, die jeweils zu der Zeit hier wachsen. Die Vorschriften bezüglich Spritzmittel sind hier am strengsten, der Transport ist am kürzesten und für die Arbeitsplätze hat man damit auch etwas getan. Im Winter könnte man vorgetriebene Blütenzweige, Blumen aus Blumenzwiebeln, Weihnachtssterne usw. bevorzugen.

·         Für Blumen aus Übersee gibt es nach dem Vorbild von fairem Handel für Kaffee, Tee und anderem das "Flower label" (Blumen Siegel). FIAN koordiniert seit 1991 eine Blumen-Kampagne, in der auch Brot für die Welt und terre des hommes sowie zahlreiche internationale Organisationen und Gewerkschaften mitwirken. Im Januar 1999 ein Übereinkommen über sozial- und umweltverträgliche Schnittblumen mit Importeuren und Floristen erzielt. 


Textfeld: Das ist das Zeichen, das Blumengeschäfte führen, die Blumen aus menschen- und umweltschonender Produktion verkaufen




Grundlagen des neuen "Flower Label Programms"
Gewerkschaftsfreiheit, Festanstellung und existenzsichernde Löhne, Verbot der Diskriminierung von Frauen, der Kinder- und Zwangsarbeit, Schutz der Gesundheit und der Umwelt durch die Reduktion des Pestizideinsatzes. Nichregierungsorganisationen wie FIAN und Gewerkschaften haben Einsicht in alle Details des Programms, also auch in die Betriebe. Unabhängige Kontrollen und Beschwerdeverfahren sind vorgeschrieben.

Fragt im Blumengeschäft, ob sie Blumen aus menschenwürdiger und umweltschonender Produktion verkaufen. Bisher kenne ich nur Bezugsadressen in den umliegenden Grosstädten. Wenn Ihr sowieso mal dort seid, könnt Ihr gleich noch Blumen aus fairem Anbau mitbringen. Ihr findet die Verkaufsstellen im Internet unter http://www.fian.de/blumen/haendler.php3.

 

Soweit meine Gedanken zu diesem Thema. Wenn es noch mehr Ideen gibt, lasst sie mich wissen.

 

Mit blumigen Grüssen,

 

Heike Muster

 

 

Anmerkung: Leicht gekürzte Fassung